Der Hochrhein

Vorsicht, vorsicht, junger Mann.....!
Oder: Nix als Pizza, so ein Schmarrn.....

In Kadelburg fand sich eine Slipanlage, so daß ich das Boot gut aus dem Wasser holen konnte. Zum Campingplatz, waren es noch gut 100 m zu laufen.
Anmelden und ein großes Pils bestellen war eins.
Einen schönen Platz habe ich auch gefunden, schräg gegenüber von einem Wohnmobil vor dem eine große Thüringische Fahne flatterte.
Er gehörte einem thüringischen Ehepaar gesetzteren Alters, die allerdings schon in den 70ern aus der "DDR" geflohen waren.
Mit so'ner Nußschale und dann noch im Zelt, das geballte Mitleid freundlicher Menschen schlug über mir zusammen.
Ehe ich mich versah, war ich mir Wäschehalter zum trocknen meiner nassen Sachen und Klammern ausgestattet.
Der Mann suchte trotz meiner Beteuerungen ihn nicht zu brauchen, nach einem Gummihammer zum Zeltaufbau.

Als er ihn endlich freudestrahlend fand, stand meine Leinwandvilla aber schon.
Die  Fragen nach „Wohin" und „Woher" waren schnell beantwortet, dann kam die wohlgemeinte Mahnung, „aber dahinten wird's ganz schön wild, da
müssen sie schwer aufpassen".
Ich beteuerte, das ich mir den „Koblenzer Lauffen" gut anschauen werde und WW1-2 kein Problem darstellen.
Die Warnung habe ich dann abends von verschiedenen Leuten am Platz noch oft gehört.
Meine netten Thüringer hatten anscheinend fast jeden von meinen Reiseplänen unterrichtet.
Im Ort hatte leider jede Gaststätte geschlossen, bis auf eine Pizzeria.
„Scheibenkleister", gerne hätte ich bei örtlichen Spezialitäten in fester und flüssiger Form den Tag ausklingen lassen.
Chianti und Pizza kann ich auch in Frankfurt an jeder Ecke haben.
Na ja, so saß ich im deutschen Kadelburg, in einer italienischen Kneipe, hörte französische Volkslieder eines schweizer Radiosenders aus einem japanischem Radio. Soviel internationaler Flair und daß in einem so kleinen Ort......

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