Der Hochrhein

Brütende Vögel soll man nicht stören und Schwänen gegenüber ist Respekt zu üben, schon aus reinem Selbsterhaltungstrieb und der angespannten Finanzlage der Krankenkassen wegen.
Aber es half nichts, irgendwie mußte ich an ihm vorbei.
Vorsichtig stieg ich aus dem Boot und holte den Bootswagen heraus. Der Schwan blieb sitzen, offensichtlich traute er sich nicht das Nest zu verlassen.
Langsam und bedächtig schob ich das Boot so nah am Wasser wie möglich an ihm vorbei, immer Ausschau nach Nr. 2 haltend.
„Wenn der jetzt auftaucht, hilft Dir nur ein Sprung in's Wasser und eine wilde Wasserschlacht...", dachte ich mir.
Als ich ca. 8 Meter entfernt war beruhigte sich sowohl der Schwan, als auch ich.
„Na, das mit der friedlichen Koexistenz ist doch nicht so schwierig...".
Aber am Kraftwerk angekommen verkündete mir schon ein Schild, das die Umtrageanlage  nicht mehr zu benutzen sei.

Wirklich, ein Bagger, ein großes Loch und viel Schutt, mehr war nicht geblieben.
Dahinter standen noch drei Schilder, die allerdings etwas verwirrender waren.


BAUSTELLE BETRETEN VERBOTEN !"
und
BAUSTELLE ZUTRITT NUR FÜR BEDIENSTETE !"
und direkt daneben
BAUSTELLE BETRETEN AUF EIGENE GEFAHR !".


"Na wenn das so ist", ich entschied mich für das letzte Schild und ging auf eigene Gefahr mir die Sache mal anschauen.
Nett von den Schweizern einem immer eine Wahl zu lassen.
Der Rhein war ca. 8 Meter unter mir, aber zum Glück war die Befestigungsmauer eine Schräge aus Beton.
Einen Flaschenzug bauen und das Boot langsam herunter zu lassen war schnell gedacht und schnell gemacht.
„Das schöne am Leben ist doch, das es immer irgendwie weitergeht..."
Dem Schwan noch ein Winken, dem Kraftwerk eine lange Nase und  'rein in' s Boot.
"Jetzt eine Dusche und ein Bier, die Reihenfolge ist mir egal...!"
Zum Glück war es nicht mehr weit bis Kadelburg, der dortige Campingplatz versprach beides.

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