Der Main
Von Bamberg nach Wertheim

er Dichter und Lyriker Eugen Roth, der lange Jahre seines Lebens in Wertheim verbrachte, schrieb einmal über den Main „Der Main ist verliebt in das Land , das er geschaffen hat, er windet sich durch Franken, als wollte er es nie verlassen."

Ich kann verstehen was Roth damit meinte, die fränkische Landschaft, mit ihren alten Städten und Orten nimmt einen innerhalb kürzester Zeit gefangen. Landschaftlich und Kulturhistorisch sind wohl wenige Flußläufe so interessant, wie der des Mains.
Von steilen Weinbergen über sanfte Täler, bis hin zum dichten Wald, das Maintal ändert seinen
Charakter oft im Laufe seines Weges in den Rhein. Und jeder Abschnitt hat seinen besonderen Reiz.

Dennoch, als Kanute sieht man den Main auch mit gemischten Gefühlen. Er war nie ein „wilder Strom", nein, sanft und ruhig trug er seine, aufgrund des vielen mitgeführten Sandes, braunen Wassermassen zum Rhein. Aber durch den Ausbau zur Großschiffahrtsstraße ist der Main stellenweise zum stehenden Gewässer verkommen.
29 Staustufen auf der Strecke Bamberg  - Frankfurt, haben ihm als Fluß den Garaus gemacht.
Der Ausbau auf eine Breite von 40 m und die Vertiefung

auf 2,90 m, im Zuge des Baus des Rhein - Main - Donau Kanals taten ein übriges.
Bis auf die kleine Volkacher Mainschleife, die durch einen Stichkanal "gerettet" wurde, hat der Main nirgends mehr ein natürliches Bett.
Der Ausbau des Maines begann schon 1890, und bis 1962 war die Strecke bis Bamberg vollgestaut. Einst ein fischreicher Fluß, war die Berufsfischerei am Main bald am Ende. Lachse, Meerforellen und andere lukrative Fischarten verschwanden.
Trotz allem kann man eine Wanderfahrt auf dem Main jedem an's Herz legen. So langsam und bedächtig, wie es der Charakter des Flusses ist, so sollte man auch seine Fahrt gestalten, denn

es gibt so viel zu sehen auf seinem Lauf.
Städte wie Bamberg und Würzburg, mit ihren Domen und reicher Geschichte. Zeil, Dettelbach, Ochsenfurt, Lohr, Wertheim, Miltenberg und viele mehr, kleine Städtchen, die ihren Charakter bewahren konnten und uns darum heute so sehens - und liebenswert erscheinen.
Ganz zu schweigen von der fränkischen Küche, wer nicht achtgibt, wird wegen der kulinarischen Genüße, die ihn allerorten verlocken die Tragfähigkeit seines Bootes auf die Probe stellen müssen.
Auch der fränkische Wein und das fränkische Bier, das, von unzähligen kleinen Brauereien gebraut  von Ort zu Ort anders schmeckt, läßt manch "kurze Pause" länger

Mainfischer um 1930

werden, als gedacht. Der Main ist kein Fluß der Eile.......
Anzuraten sei auch sich mal ein wenig abseits des Flusses zu bewegen.
Viel sehenswertes wartet links und rechts der Strecke auf den neugierigen Wanderer

Mehr Infos über den Main als Fluß

Vor

Start | Faltboote | Der Main | Der Rhein | Die Mosel | Der Neckar | Ökologie | Links